Ausbruch auf Kreuzfahrt
Auf einem Kreuzfahrtschiff ist das tödliche Virus ausgebrochen: Die Gesundheitsbehörde Hamburg bewertet die Risikolage in der Hansestadt.
Die Gesundheitsbehörde gibt Entwarnung: Aktuell sind keine Hantavirus-Fälle in Hamburg registriert, das Risiko für eine Infektion wird derzeit als gering bewertet. Auf Anfrage der Hamburger Regionalredaktion von t-online weist Sprecher Wolfgang Arnhold darauf hin, dass das Risiko für eine Erkrankung in Deutschland eher im Süden und Westen des Landes besteht.
Trotzdem verfolge man die internationalen Berichte zum Ausbruchsgeschehen auch in Hamburg. Das tödliche Virus ist auf einem Kreuzfahrtschiff vor den Kapverden ausgebrochen und breitet sich dort offenbar weiter aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht inzwischen davon aus, dass sich Reisende gegenseitig infizieren, was ungewöhnlich sei.
Üblicherweise wird es durch Urin-, Kot- oder Speichelreste der Nagetiere übertragen, die Menschen entweder einatmen oder durch verunreinigte Lebensmittel zu sich nehmen. Wie Arnhold erläutert, handle es sich bei möglichen Mensch-zu-Mensch-Übertragungen um eine Variante des Virus aus Südamerika. Diese wurde in Deutschland bislang nicht nachgewiesen.
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Auf dem Weg von Ushuaia in Argentinien zu dem Zielhafen in Kap Verde waren drei Passagiere ums Leben gekommen, darunter auch ein Deutscher. Der erste auf dem Schiff erkrankte Passagier habe sich vermutlich infiziert, bevor er an Bord gegangen ist.
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind in Hamburg in den vergangenen Jahren nur wenige Hantavirus-Fälle registriert worden. Demnach wurden 2021 und 2022 jeweils zwei Infektionen gemeldet, 2023 waren es drei Fälle. Im Jahr 2024 registrierte das RKI erneut zwei Erkrankungen. Für die Jahre 2025 und 2026 wurden bislang keine Fälle übermittelt.
Die Daten stammen aus Meldungen der Gesundheitsämter und Landesstellen an das RKI. Das Hantavirus gehört zu den Erregern, bei denen akute Infektionen nach Paragraf 7 Absatz 1 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) namentlich gemeldet werden müssen. Die öffentlich zugänglichen Zahlen des RKI haben den Stand vom 29. April.
Die meisten Infektionen bleiben dabei symptomfrei, allerdings gibt es keine spezielle Impfung oder Behandlungsmethode gegen das Virus. Zum Schutz wird empfohlen, beim Reinigen von möglicherweise von Nagern bewohnten Bereichen in Hausnähe Handschuhe oder Atemschutzmasken zu tragen. Denn schon aufgewirbelter Staub kann ausreichen, um das Virus einzuatmen.