ICH BIN 68 UND TRAINIERE 5 TAGE PRO WOCHE – ICH HABE üBER 55 KILO ABGENOMMEN, SEITDEM ICH NICHT MEHR TRINKE

Glen Wagner vor und nach seiner Gewichtsabnahme von 120 Pfund durch gesunde Ernährung, Abstinenz und Sport.

Dieses Interview basiert auf einem Gespräch mit Glen Wagner, 68 Jahre alt, einem pensionierten Pastor aus Chicago, der heute eine Executive-Coaching-Firma leitet. Der Text wurde zur Länge und Klarheit bearbeitet.

Als ich etwa sieben Jahre alt war, habe ich mich für eine Kinder-Footballmannschaft beworben. Das war für mich eine große Sache.

Alle meine Freunde machten mit, und ich war überzeugt, dass ich dabei sein würde, weil ich ein guter Spieler war. Beim Wiegen wurde mir dann gesagt, dass ich etwa 0,7 Kilogramm zu schwer bin – und deshalb nicht spielen darf.

Danach hat mich mein Vater zu einem Hotdog-Stand gebracht, um mich zu trösten. Schon damals habe ich gelernt, dass Essen eine Art Ersatzmittel sein kann, um mit Emotionen umzugehen.

Ich habe verschiedene Diäten ausprobiert

Ich habe stark verarbeitete Lebensmittel wie Pizza geliebt und viel zu viel und zu oft gegessen. Ich habe mir nichts verwehrt – Burger, Steaks, Kartoffeln oder auch Gemüse. Ich kam teilweise auf sehr hohe Kalorienmengen pro Tag.

Ich habe verschiedene Diäten ausprobiert, und sie haben auch funktioniert – zumindest für eine Zeit. In meinem Leben habe ich mindestens viermal jeweils rund 45 Kilogramm zu- und wieder abgenommen.

Nach einer Magenbypass-Operation wog Wagner 150 Kilogramm, musste aber noch weiter abnehmen.

Im Jahr 2004 wog ich bei 1,88 Metern Körpergröße etwa 200 Kilogramm. Ich hatte Bluthochdruck und hohe Cholesterinwerte. Mein Arzt sagte mir, ich müsse dringend etwas ändern, also unterzog ich mich einer Magenbypass-Operation. Danach lag mein Gewicht bei etwa 150 Kilogramm.

Mein Magen war zwar kleiner, aber ich wechselte später von zwei Gläsern Wein pro Woche zu vier Flaschen Wein pro Abend – sechs Abende pro Woche.

Im Mai 2015 kam es zum Wendepunkt. Meine Frau Kathy war so besorgt, dass sie eingriff. Ich war damals Pastor, und sie sprach mit meinen leitenden Kollegen in der Kirche.

Ich habe mich entschieden, nüchtern zu werden

Sie sagten mir, sie würden mich begleiten, wenn ich etwas ändere. Wenn nicht, könne ich meinen Beruf nicht weiter ausüben, weil ich nicht authentisch leben würde.

Ich habe die Herausforderung angenommen und mit dem Alkohol aufgehört. Meine Therapeutin sagte mir, sie könne an meinem Kopf arbeiten – aber ich müsse meinen Körper selbst in Ordnung bringen.

Mein erster Schritt war das Fitnessstudio Life Time. Ich begann mit einfachem Gehen auf dem Laufband. Kurz darauf hatte ich einen Personal Trainer, der sich auf Kraft und Beweglichkeit konzentrierte, und ich besuchte Kurse wie Pilates und Spinning.

Ich habe außerdem angefangen, mich intensiv mit Ernährung zu beschäftigen und meine gesamte Einstellung zu Essen verändert. Ich begann, Makronährstoffe zu tracken und mich konsequent selbst zu kontrollieren.

Wagner beim Krafttraining in seinem Fitnessstudio.

Nach einer Weile probierte ich intermittierendes Fasten: Ich ließ meist das Frühstück aus und begann erst gegen Mittag zu essen. Danach nahm ich etwa 2500 Kalorien aus hochwertigem Protein zu mir, die letzte Mahlzeit lag gegen 19 Uhr.

Das half mir, zu erkennen, ob ich aus Nervosität, Stress oder Depression esse – oder wirklich aus Hunger.

Ich nehme keine Medikamente mehr

Ich habe mich von jemandem, der alles aus emotionalen Gründen gegessen hat, zu jemandem entwickelt, der Essen bewusst als Energiequelle nutzt.

Heute trainiere ich bis zu fünfmal pro Woche zu Hause oder im Fitnessstudio und nehme an Wettkämpfen wie Triathlons teil. Ich wiege rund 95 Kilogramm und habe etwa 12 Prozent Körperfett.

Mein Blutdruck liegt bei 112/68, mein Ruhepuls bei 47, und ich nehme keine Medikamente mehr. Mein Arzt sagte mir, meine Biomarker entsprächen denen eines Menschen Mitte bis Ende 40.

Wagner nimmt regelmäßig an Triathlons teil.

Ich laufe wöchentlich etwa 19 bis 24 Kilometer und schwimme bis zu vier Kilometer. Aber mein eigentliches Element ist das Radfahren. Es gibt nichts Vergleichbares, als mit dem Fahrrad einen Berg hinunterzufahren und die Geschwindigkeit unter sich zu spüren.

Ein gesundes Leben ist für mich eine dauerhafte Verpflichtung gegenüber meiner Frau Kathy, unseren drei Kindern und neun Enkelkindern. Ich möchte meine Urenkel noch kennenlernen.

Kürzlich habe ich meinen elfjährigen Enkel zu einem Treffen in der Schule begleitet und er sagte: „Opa, du bist der fitteste Großvater hier!“

Er und meine anderen Enkel finden es cool, einen Großvater zu haben, der läuft, radelt und schwimmt. Sie finden es auch spannend, dass ich meine Proteine genau tracke.

Am Ende ergibt sich daraus etwas sehr Wertvolles: eine starke Gesundheit und ein Vermächtnis, das bleibt.

Lest den Originalartikel auf Business Insider US.

 

2026-05-06T06:04:50Z