MEDIKAMENTE PLöTZLICH WIRKUNGSLOS: APOTHEKER WARNT VOR GEFäHRLICHEN WECHSELWIRKUNGEN

Nebenwirkungen möglich

Medikamente plötzlich wirkungslos: Apotheker warnt vor gefährlichen Wechselwirkungen

Ein Apotheker warnt vor einem verheerenden Effekt. Durch diesen wirken Medikamente anders oder teils gar nicht. Der Experte klärt darüber auf.

Lüdenscheid – Ein Glas Saft zum Medikament – was harmlos klingt, kann die Wirkung von Arzneimitteln deutlich verändern. Auch pflanzliche Präparate oder frei verkäufliche Mittel können dafür sorgen, dass Medikamente stärker, schwächer oder ganz anders wirken als vorgesehen. Darauf weist Dr. Gunther Fay hin, Sprecher der Apothekerschaft im Märkischen Südkreis und selbst Apotheker in Lüdenscheid.

Grundsätzlich gilt: Arzneimittel können sich gegenseitig beeinflussen. Solche Wechselwirkungen können die gewünschte Wirkung verstärken oder abschwächen, aber auch unerwünschte Nebenwirkungen auslösen. „Arzneimittel sind beratungsbedürftige Güter. Neben- und Wechselwirkungen können immer auftreten“, betont Fay. Eine individuelle Beratung vor Beginn der Einnahme sei deshalb unverzichtbar.

Wechselwirkungen auch bei rezeptfreien Mitteln möglich

Dabei betrifft das Thema nicht nur verschreibungspflichtige Medikamente. Wechselwirkungen können ebenso zwischen rezeptfreien Arzneimitteln entstehen oder durch die Kombination mit pflanzlichen Präparaten, etwa Johanniskraut, Nasensprays oder Nahrungsergänzungsmitteln. Auch Vitamine oder äußerlich angewendete Mittel wie Salben können eine Rolle spielen.

Für Apotheker gehört die Beratung zur Medikation und Selbstmedikation zu den zentralen Aufgaben. „Sie informieren über richtige Dosierung, Einnahmezeitpunkte sowie mögliche Neben- und Wechselwirkungen“, so Fay. Wichtig sei dabei die Mitarbeit der Patienten: „Wer in die Apotheke kommt, sollte immer angeben, welche Medikamente oder Präparate aktuell eingenommen oder angewendet werden“, sagt der Experte. Bei mehreren dauerhaft genutzten Arzneimitteln könne ein Medikationsplan helfen, den Überblick zu behalten.

Risiko für Wechselwirkungen wächst mit steigender Medikamentenzahl

Besonders relevant sei das Thema bei Menschen, die fünf oder mehr Medikamente regelmäßig einnehmen. Mit steigender Anzahl wachse auch das Risiko für problematische Wechselwirkungen. „Für diese Patientengruppe bieten Apotheken spezielle Medikationsberatungen an, deren Kosten unter bestimmten Voraussetzungen von den Krankenkassen übernommen werden“, so Fay.

Treten nach Beginn einer neuen Medikation ungewöhnliche Beschwerden auf, solle frühzeitig Rücksprache mit der Arztpraxis oder der Apotheke gehalten werden. „Denn eine sichere Arzneimitteltherapie beginnt mit guter Information“, erklärt der Experte abschließend.

Erst Mitte vergangenen Jahres hatte eine Reform der EU unter Apothekern für Stirnrunzeln gesorgt. Es geht um Beipackzettel in rein digitaler Form. Lüdenscheider Apotheker sprachen sich klar dagegen aus. Erst vor wenigen Monaten schloss mit der Apotheke an der Kluse ein Lüdenscheider Traditionsbetrieb. Drei Generationen der Familie kümmerten sich dort jahrelang um ihre Kunden.

2026-05-06T06:24:18Z