LEWY-KöRPERCHEN-DEMENZ: URSACHEN – SO ENTSTEHT DIE ERKRANKUNG IM GEHIRN

Demenz

Lewy-Körperchen-Demenz: Ursachen – so entsteht die Erkrankung im Gehirn

Die Lewy-Körperchen-Demenz ist die dritthäufigste Demenzform. Veränderungen im Gehirn lösen die Erkrankung aus. Warum es dazu kommt, ist bislang nicht klar.

Demenz ist nicht gleich Demenz, denn es gibt viele unterschiedliche Formen der Erkrankung – mit diversen Ausprägungen, Therapieformen und Ursachen. Laut der Alzheimer Forschung Initiative gibt es mehr als 50 verschiedene Demenzformen. Neben Alzheimer und der Parkinson-Demenz zählt auch die Lewy-Körperchen-Demenz zu den häufigsten. Sie verursacht laut der Alzheimer Forschung Initiative typischerweise starke Schwankungen der geistigen Leistungsfähigkeit, visuelle Halluzinationen und Parkinson-ähnliche Bewegungsstörungen.

Geheilt werden kann die Demenzform derzeit nicht, die Therapie zielt daher nur auf eine Linderung der Symptome ab, um so die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten zu verbessern. Auch die Diagnose der Lewy-Körperchen-Demenz ist kompliziert und kann nur durch verschiedene Tests und mit Ausschlussdiagnosen gestellt werden. Eine zuverlässige Diagnose ist dem Patientenratgeber MSD Manual zufolge erst nach dem Tod durch die Entnahme einer Gehirngewebeprobe möglich. Wie entsteht die Lewy-Körperchen-Demenz und welche Ursachen gibt es?

Lewy-Körperchen-Demenz: Das sind die Ursachen für die Entstehung der Demenzform

Die Lewy-Körperchen-Demenz ist laut MSD Manual die dritthäufigste Demenzform. Betroffen sind meist Menschen über 60 Jahre, wobei Männer laut der Alzheimer Forschung Initiative häufiger erkranken als Frauen. So sind etwa zwei Drittel der Betroffenen männlich.

Die Erkrankung entsteht laut MSD Manual wenn sich das Eiweiß Synuclein, das im Gehirn bei der Kommunikation zwischen Nervenzellen mitwirkt, verformt oder verklumpt und es zu einer Fehlfaltung des Proteins kommt. Das fehlgefaltete Synuclein sammelt sich im Krankheitsverlauf langsam an – vor allem im Gehirn, aber auch im Verdauungstrakt und im Herzen – und bildet Synuclein-Ablagerungen, die als Lewy-Körperchen bezeichnet werden. Nach diesen Ablagerungen, die für das Absterben von Nervenzellen verantwortlich sind, ist die Lewy-Körperchen-Demenz benannt.

Laut MSD Manual bilden sich diese ungewöhnlichen, runden Protein-Ablagerungen bei der Demenzform vor allem in der äußersten Schicht des Gehirns, der Großhirnrinde. Dieser größte Teil des Gehirns steuert Denkvorgänge, Wahrnehmung und Sprache. Das zeigt sich in den typischen Lewy-Körperchen-Demenz-Symptomen.

Auch in der Substantia Nigra, die sich im Hirnstamm befindet, bilden sich laut der Alzheimer Forschung Initiative bei der Demenzform solche Lewy-Körperchen und führen dort zum Absterben von Nervenzellen. Dieser Teil des Gehirns ist für Motorik und die Dopamin-Produktion – das Hormon spielt eine wichtige Rolle im Belohnungssystem – verantwortlich, weshalb es durch die Schädigung zu Bewegungsstörungen sowie Veränderungen von Motivation und Stimmung kommen kann. Doch welche Ursachen gibt es für diese Veränderungen im Gehirn?

Übrigens: Die falsch gefalteten Proteine in den Lewy-Körperchen, die Hirnschäden verursachen, werden laut MSD Manual als Prionen bezeichnet. Neben der Lewy-Körperchen-Demenz oder auch der Parkinson-Demenz können Prionen auch andere Gehirnerkrankungen verursachen, etwa die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit. Diese Erkrankung löst laut dem Patientenratgeber Demenz-Symptome aus, ist nicht heilbar und führt meist innerhalb von Monaten oder wenigen Jahren zum Tod.

Lewy-Körperchen-Demenz: Welche Gründe gibt es für die Entstehung?

Wie es zu den Eiweißablagerungen im Gehirn, den Lewy-Körperchen, kommt, ist laut der Alzheimer Forschung Initiative bislang nicht vollständig geklärt. Die Ursachen für die Lewy-Körperchen-Demenz können also nicht eindeutig benannt werden. Aktuelle Studien würden allerdings darauf hindeuten, dass mehrere Faktoren bei der Entstehung der Demenzform zusammenwirken könnten. Das erklärt auch das US-amerikanische National Institute of Neurological Disorders and Stroke (NINDS).

Diese Faktoren könnten demnach eine Lewy-Körperchen-Demenz begünstigen:

  • Als größter Risikofaktor gilt laut dem NINDS ein Alter von über 50 Jahren. Allerdings: Laut der Alzheimer Forschung Initiative und der US-amerikanischen Mayo Clinic tritt die Demenzform häufig erst ab dem 60. Lebensjahr auf. Zudem sind Männer häufiger betroffen als Frauen.

  • Auch die Genetik könnte laut der Mayo Clinic und der Alzheimer Forschung Initiative bei der Entstehung der Lewy-Körperchen-Demenz eine Rolle spielen. Als Erbkrankheit wird die Demenzform laut dem NINDS aber nicht angesehen. Hier brauche es weitere Forschung. Aktuell weise nur ein kleiner Prozentsatz der Erkrankten Genveränderungen auf, die mit einem erhöhten Krankheitsrisiko in Verbindung stehen könnten. In den meisten Fällen sei die Ursache der Lewy-Körperchen-Demenz unbekannt.

  • Bestimmte Krankheiten und Beschwerden, wie eine REM-Schlaf-Verhaltensstörung, der Verlust des Geruchssinns oder Stimmungsveränderungen, könnten laut der Alzheimer Forschung Initiative mit einem erhöhten Lewy-Körperchen-Demenz-Risiko verbunden sein.

Wichtig bei der Ursachensuche für die Lewy-Körperchen-Demenz: Bei den genannten Risikofaktoren handelt es sich um Vermutungen und Hinweise, die aus bisherigen Studien hervorgegangen sind. Bislang sind aber keine gesicherten Risikofaktoren bekannt, die die Entstehung der Lewy-Körperchen-Demenz begünstigen, erklärt auch die Deutsche Alzheimer Gesellschaft in einem Informationsblatt. Sowohl das NINDS als auch die Alzheimer Forschung Initiative verweisen darauf, dass in diesem Punkt weitere Forschung nötig ist.

2026-04-29T10:01:58Z