„ICH LEBE VON JOGHURT, SUPPE UND KARTOFFELBREI“: 65-JäHRIGE WAR 48 JAHRE LANG NICHT BEIM ZAHNARZT

Die 65-jährige Frührentnerin Yvonne Lillegaard aus dem dänischen Silkeborg hat so viele Zähne verloren, dass sie feste Nahrung meidet. "Ich lebe von Joghurt, weichen Brötchen, Suppe und Kartoffelbrei", sagt sie gegenüber der dem dänischen Fernsehsender "TV2". 48 Jahre lang blieb sie aus Angst vor Behandlungen und wegen knapper Finanzen der Zahnarztpraxis fern.

In ihrer Kindheit spielte Zahnpflege keine Rolle, berichtet Lillegaard. Fast alle ihrer sechs Geschwister hätten ähnliche Probleme gehabt. Heute putzt sie nach eigener Aussage mehrmals täglich ihre Zähne, doch der Schaden ist da. Eine vollständige Sanierung schätzt ihr Zahnarzt laut "TV" auf 30.000 bis 40.000 Kronen (rund 4015 bis 5350 Euro), ein Betrag, den sie als Frührentnerin kaum aufbringen kann.

Zahnprobleme beeinträchtigen die Lebensqualität: Geringverdiener besonders oft betroffen

Laut Zahlen des Nationalen Instituts für öffentliche Gesundheit, dem Dänischen Zahnärzteverband und der Universität Kopenhagen gehen 40 Prozent der Dänen nicht regelmäßig zum Zahnarzt, berichtet "TV2". Unter den rund 500.000 Personen mit niedrigen Löhnen oder den geringsten Sozialleistungen liegt der Anteil demnach bei etwa 70 Prozent; bei 80 bis 95 Prozent dieser Gruppe beeinträchtigen Zahnprobleme die Lebensqualität.

Mundgesundheit in Deutschland: 90 Prozent besuchen den Zahnarzt regelmäßig

Während in Dänemark die Zahl der Menschen, die nicht regelmäßig zum Zahnarzt gehen hoch ist, zeigt sich in Deutschland laut der sechsten Mundgesundheitsstudie ein anderes Bild. Rund 90 Prozent der Bevölkerung in Deutschland gehe demnach mindestens einmal jährlich zur zahnärztlichen Untersuchung.

Bei Erwachsenen hat sich die Karieshäufigkeit seit 1997 nahezu halbiert. 78 Prozent der 12-Jährigen haben heute keinerlei Kariesbefunde, wie die Bundesärztekammer berichtet.

2026-04-28T11:08:59Z